Presseschau:


aus der Schaumburger Zeitung:

Heimatkunde kommt wieder

 

 

 

 

Exten (ll). Die Heimatstube in Exten ist mit dem Förderpreis Museumspädagogik der VGH-Stiftung ausgezeichnet worden. Den Auschlag für den Preis hat eine Idee gegeben, wie neue Besuchergruppen ins Museum zu locken sind. Mit dem Preisgeld ist nun ein neues Mitmach- und Nachdenkbuch entstanden, das Kindern zwischen 8 und 12 Jahren die Dorgeschichte anschaulich und interessant vermitteln soll. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glückwünsche vom Bürgermeister Thomas Priemer

 


 

 

Hans Lochmann (v.L) und Peter Kuhlenkamp, Regionaldirektor der VGH in Hameln, übergeben den Preis an Horst Vöge und Carolin Krämer.

Exten. Ein bisschen Stolz darf bei den Mitgliedern des Extener Heimatvereins dann ruhig mitschwingen: Immerhin wird die Heimatstube jetzt in einem Atemzug mit sehr viel bekannteren Häusern wie der Kunsthalle in Emden, dem Focke-Museum in Bremen, dem Roemer-Museum Hildesheim und dem Museum für schaumburg-lippische Landesgeschichte in Bückeburg genannt. Sie alle sind ausgezeichnet worden – mit dem Förderpreis Museumspädagogik der VGH-Stiftung. Gestern fand die offizielle Preisverleihung in der Heimatstube statt, die seit der aufwendigen Renovierung auch den Beinamen „Museum für Dorfkultur“ trägt.

Wer denkt bei der Heimatstube in Exten schon an ein modernes Museum“, fragte denn Hans Lochmann, Laudator und Geschäftsführer des niedersächsischen Museumsverbands, um gleich selbst die Antwort zu liefern: „Ich bin von der runderneuerten Heimatstube beeindruckt.“ Preiswürdig war die Idee des Heimatvereins, die hinter der Bewerbung für den Förderpreis stand. Diese Idee wurde mit rund 3500 Euro honoriert und mit dem Preisgeld wurde die ursprüngliche Idee in die Tat umgesetzt.

Seit letzter Woche also gibt es druckfrisch ein neues „Mitmach- und Nachdenkbuch“ zur Sammlung der Extener Heimatstube. Es richtet sich an Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. Das Buch soll ein Begleiter für Kinder sein, die das Dorfmuseum besuchen, erklärte der Vorsitzende des Heimatvereins, Horst Vöge. Darin sind unter anderem Rätsel über die Geschichte Extens enthalten, aber auch Aufgaben, die die Kinder in der Heimatstube erledigen können. „Familien als Besucher der Heimatstube werden mit Fragen zur Ortsgeschichte, Entdeckungen im Museum und zum persönlichen Leben zur Auseinandersetzung mit der Ortsgeschichte angeregt“, lobte Laudator Lochmann. All das diene auch zur Erschließung neuer Zielgruppen für das Museum. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte des eigenen Wohnorts liegt laut Lochmann im Trend. „Heimatkunde ist wieder im Kommen“, meinte der Verbandsgeschäftsführer.

Schon während der Neuaufstellung der Sammlung in den vergangenen vier Jahren hat der Heimatverein Unterstützung von Studierenden der Universität Oldenburg bekommen – die gab es jetzt erneut. Die Studenten haben das neue Mitmachbuch entwickelt und gestaltet. Es sei viel mehr als eine Pflichtveranstaltung für die Studierenden gewesen, an dem Buch maßgeblich mitzuarbeiten, stellte Carolin Krämer heraus. Sie ist selbst Mitglied im Extener Heimatverein und Lehrende am Institut für materielle Kultur an der Uni Oldenburg. „Das Mitmach- und Nachdenkbuch ist ein Mittel, um noch stärker auf die Besucher zuzugehen“, sagte sie.

Die Heimatstube Exten hat einen neuen Weg gefunden, um auf die Dorfgeschichte aufmerksam zu machen. Jetzt müssen die Besucher ran.

Das preisgekrönte Mitmach- und Nachdenkbuch ist in der Extener Heimatstube erhältlich. Geöffnet ist dort an jeden ersten und dritten Sonntag im Monat, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr sowie auf Anfrage.

Autor: Lars Lindhorst SZ 3.3.2015
© Schaumburger Zeitung

 


aus der Schaumburger Zeitung: 

Heimatstube katapultiert sich in eine neue Museumsliga

 

Exten. Wo jetzt „Museum für Dorfkultur“ draufsteht, steckt immer noch ganz viel Heimatstube drin. Davon überzeugten sich die Besucher nach der Wiedereröffnung im Zuge des internationalen Museumstages am Sonntag. Die Bedenken einiger besorgter Extener, das kleine Dorfmuseum am Anger, könnte im Zuge der Neugestaltung während der letzten Monate sein Gesicht verloren haben, dürften zerstreut worden sein. Und nicht nur das, sondern „die Heimatstube Exten hat sich in eine neue Museumsliga hinein katapultiert“, fasste Dr. Beate Bollmann in ihrem Grußwort aus wissenschaftlicher Sicht zusammen.

Die Dozentin der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg drückte damit sozusagen dem Projekt ihrer Masterstudenten aus dem Bereich Museumstheorie und -praxis das Gütesiegel auf. Hintergrund: Die jungen Akademiker hatten unter Federführung ihrer Mitstudentin Carolin Krämer aus Exten das Projekt Museum für Dorfkultur als Semesteraufgabe verwirklicht.

Und „darauf bin ich besonders stolz“, übernahm Ortsbürgermeister Thorsten Kretzer als passionierter Kicker den Liga-Vergleich der Dozentin als Steilvorlage. Er spielte den Ball, verbunden mit seinem persönlichen Lob, an die Studenten und Carolin Krämer weiter, die den Eröffnungsgästen eine Anleitung für eine neue Sicht auf die Extener Vergangenheit mit auf den ersten Rundgang gab. Krämer: „Dinge gibt es in der Heimatstube immer noch viele zu sehen, aber nicht mehr so viele. Dafür haben die Dinge nun mehr Raum, und es gibt Texte, die einen Einblick in die Geschichte Extens auch ohne Vorwissen erlauben ...“

Nicht weniger, sondern mehr, war der überraschende erste Eindruck für viele Besucher, die sozusagen in tiefere Schichten der Dorfgeschichte eintauchen konnten. Sie stießen beim Aufziehen der Schubladen des neuen Ausstellungsmobiliars auf manche Überraschung. Denn übersichtlich geordnete und beschriftete Fotos sowie Textdokumente zeigen jetzt eine „Exten-Vielfalt“, die vorher so nicht zu präsentieren war. Und in der die Mehlsackreinigungsmaschine (gebaut Anfang 20. Jahrhundert) genau so ihren Platz hat, wie das Foto von Irmgard Rumbke, die seit 1952 als Dorfhebamme vielen neuen Extener Erdenbürgern auf die Welt geholfen hat.

Auch dass tatsächlich der Original-Fußbodenbelag der beiden früheren Klassenzimmer samt Wandtafel ins neue Konzept integriert wurde, schien maßgeblich Wiedererkennungseffekt und Wohlfühlfaktor vor allem der älteren Extener zu stärken. Dieter Varenholz: „Das ist schon gewaltig.“ So staunten auch andere. „Das neue Konzept funktioniert, wenn auch die Dorfgemeinschaft funktioniert, was hier in Exten der Fall ist“, sah Wolfgang Foerstner als Wahl-Extener das „Museum für Dorfkultur“ auf dem Anger auf gutem Kurs.

„Ich habe heute überraschend viele positive Stimmen gehört“, nahm der Vorsitzende des Heimatvereins Exten, Horst Vöge, als Eindruck mit, nachdem in den vergangenen Monaten der eine oder andere Unkenruf von Bedenkenträgern zu hören gewesen war.

Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz sprach in Bezug auf die Unterstützung der Stadt Rinteln deren Dank an den Verein aus: „Ich betrachte das hier als Honorar dafür, was Ihr für die beiden Eisenhämmer gemacht habt.“

Übersichtlich, informativ und freundlich, so hatte sich Carolin Krämer die runderneuerte Heimatstube vorgestellt. Horst Vöge (links) und Bernd Kirchhoff, erster beziehungsweise zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Exten, waren selber überrascht vom Ergebnis.

Autor: Werner Hoppe
© Schaumburger Zeitung


 

 

Das Museum Heimatstube ist zur Zeit wegen Umbau geschlossen!

Große Neueröffnung im Mai als "Heimatstube Exten - museum für dorfkultur"!

Foto: who

 


 

Fertigstellung der Heimatstube verzögert sich – Wiedereröffnung jetzt für Mai angepeilt

 Die Heimatstube in Exten erscheint schon jetzt deutlich überschaubarer
Die Heimatstube in Exten erscheint schon jetzt deutlich überschaubarer. pk

 

Exten. Eigentlich hätten die Umbauarbeiten in der Heimatstube bis Ende des Jahres 2012 abgeschlossen sein sollen. So war zumindest der Plan. Aber der entpuppte sich als illusorisch. Trotzdem ist die Heimatstube schon jetzt kaum wiederzuerkennen.

Aus den einst mit rund 2000 Ausstellungsstücken vollgestopften Räumen, die eher an einen Krämerladen als an ein Museum erinnerten, sind in den vergangenen Monaten ausgesprochen helle und übersichtliche Räumlichkeiten geworden. An den Wänden hängen bereits weiße Banner, auf denen über verschiedene Themen zu lesen ist: von den Herrschafts- und Arbeitsverhältnissen über Handwerk und Industrie bis zu Kunst und Musik. Dazwischen sind bereits einzelne größere Ausstellungsstücke zu bestimmten Themen, wie Schulalltag oder Korbflechterei, aufgebaut. Doch bis zur Wiedereröffnung am 18. Mai ist noch viel zu tun, wie die mit der Organisation des Umbaus betraute Carolin Krämer von der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg am Telefon einräumt.

Die Kernsanierung ist abgeschlossen, die Ausstellungsstücke sind inventarisiert und zum Teil in einem eigens angemieteten Depot auf dem Rittergut in Exten untergebracht. Dafür wurde ein Großteil des bestehenden Budgets in Höhe von 56 000 Euro Fördergeldern, gesponsert von der Stadt Rinteln, dem Land Niedersachsen, Wesergold, der Schaumburger Landschaft und Privatleuten, bereits aufgebraucht. „Aber es ist noch genug Geld übrig, um jetzt noch das nötige Mobiliar einzukaufen“, sagt Krämer, die selbst aus Exten stammt. Gemeint sind „bewusst schlicht gehaltene“ Vitrinen für die Ausstellungsstücke – die laut Krämer ja für sich sprechen sollen. Außerdem fehle es noch an ein paar Gestaltungselementen. Dazu kommen im ersten Raum noch drei Stellwände, auf deren Vorder- und Rückseiten Themen, wie Krieg, Trauer und der Glaube, abgehandelt werden. Und im Vorraum wird es eine Ausstellung mit Familienfotos geben „und leeren Rahmen für alle, die noch dazukommen“.

Schließlich brauche es jedoch noch mehr „Manpower“, freiwillige Helfer, die bei der Beschriftung der Schilder für die Ausstellungsobjekte helfen. „Wer helfen möchte, melde sich bitte bei Horst Vöge (dem Vorsitzenden des Heimatvereins Exten; Anm. d. Red.)“, regt Carolin Krämer an.

Am Ende wird die Heimatstube deutlich luftiger erscheinen als zuvor. Krämer hat die Ausstellungsstücke von rund 2000 auf 200 bis 300 reduziert. Trotzdem, merkt Krämer an: Die Heimatstube wird nicht wie ein kahles und relativ leeres Museum wirken, sondern seinen „Charakter mit der ordentlichen Fülle einer Heimatstube“ behalten – „aber ohne das Chaos von vorher“.

 © Schaumburger Zeitung v. 07.01.2014

 


 

Wegen Umbau bis Jahresende dicht

Jahrelang waren der untere und der obere Eisenhammer die großen Arbeitsschwerpunkte des Vereins für Heimatpflege und Kultur Exten. Jetzt ist erst einmal wieder die Heimatstube am Anger dran, mit deren Eröffnung 1973 im Grunde die Geschichte der Heimatfreunde begann.

Das dörfliche Museum in der ehemaligen Schule platzt aus allen Nähten und soll nun gründlich renoviert und in einem Zuge systematisch neu strukturiert und gestaltet werden. Die Mittel dafür stehen großteils bereit, die Vorplanungen sind abgeschlossen, und in Kürze werden die praktischen Arbeiten beginnen. Darum bleibt das Museum bis zum Jahresende geschlossen.

Die Schaufensterpuppe in der alten Uniform des Napoleons der Schützengilde, eine Drechselbank, hier und da noch wenige Bilder an den Wänden, das sind die verbliebenen Ausstellungsstücke im vorderen Schauraum. Und auch die sind bald ausgeräumt und zwischengelagert, damit die Handwerker einziehen können. So erklärte Jürgen Maack, als er mit seiner Ehefrau Rita zu Anfang dieser Woche das Schild mit dem deutlichen Hinweis „Geschlossen“ am Außeneingang anbrachte – sozusagen als vorläufig letzte Amtshandlung vor dem Neustart.

Zuvor hatten die Maacks, als ehrenamtliche Mitarbeiter verantwortlich für die Heimatstube, klar Schiff gemacht. Alte Werkzeuge, hauswirtschaftliche Geräte, Bilder, Bücher und andere Schriftstücke wurden in Kartons und Schränke verstaut und aus dem Raum gebracht. Und jedes einzelne Stück wurde mit einer Beschriftung zum Archivieren und schnellen Wiederfinden versehen, bevor es in Kartons und Schränken verschwand. Denn, so Jürgen Maack: „Im Zuge des Projektes von Studierenden der Uni Oldenburg soll mit der Neugestaltung auch eine Systematisierung der Ausstellungsstücke und des Fundus im Lager erfolgen.“

Bis dahin sind aber zunächst die Handwerker dran, fährt der ehrenamtliche Museumswart fort. Zu tun gebe es für die Profis reichlich. Feuer hemmende Deckenverkleidungen sowie auch an den Wänden im Eingangsbereich, neue Fenster mit Thermoverglasung und „eine neue Beleuchtung, die den Anforderungen eines Museums entspricht“, sind nur einige der Positionen, die Jürgen Maack spontan einfallen. „Nach 40 Jahren ist eine Neuorganisation und Baurenovierung dran.“ Denn: „Wir haben inzwischen unglaublich viele Ausstellungsstücke, sodass wir sogar ein Depot anpachten mussten.“

Nach Abschluss der Arbeiten, wegen der öffentlichen Fördermittel zwingend bis spätestens zum Jahresende, werde sich die Heimatstube mit völlig neuem Gesicht präsentieren. Und „wir hoffen, das es ein tolles Objekt wird“, das aber seinen Preis koste, merkt er an.

Die ursprünglich angesetzte Gesamtsumme von 90.000 Euro sei zwar im Zuge allgemeiner Sparzwänge erheblich zurück gefahren worden, trotzdem gebe es noch eine Deckungslücke, die mithilfe von Sponsoren geschlossen werden solle. Maack: „Darum bitten wir jetzt schon potenzielle Förderer und Freunde der Heimatstube um Unterstützung.“

© Schaumburger Zeitung v. 15.08.2013

 


aus der Schaumburger Zeitung:

Die Heimatstube in Exten soll moderner werden

Exten (pk). Der Heimatverein Exten hofft auf Mittel aus dem Haushalt 2013 der Stadt Rinteln. Die von dem Verein betriebene Heimatstube Am Anger bedürfe einiger Modernisierung und Umgestaltung, teilte Ortsratsmitglied Jürgen Timm (CDU) in der jüngsten Ortsratssitzung mit. Die Stadt würde zudem nur mit einem Teil der Gesamtkosten belastet werden.   Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur unterhält seit einiger Zeit ein Förderprogramm für kleine Museen, wie etwa die Heimatstube eins darstellt. Für Modernisierung und Umgestaltung würden bis zu 50 000 Euro bewilligt werden. Der Heimatverein hat einen Antrag auf Fördermittel bei der Schaumburger Landschaft eingereicht, die diesen bereits an das Ministerium weitergleitet hat, so Horst Vöge, der Vorsitzende des Heimatvereins.   Dem Ersten Stadtrat Jörg Schröder zufolge geht es in der Heimatstube um drei Bereiche, in die investiert werden solle: Baumaßnahmen (behindertengerecht, Isolierung, Erneuerung der Fenster, bauliche Abtrennung der Wohnung im Obergeschoss, Elektroanschlüsse), Ausstattung (Vitrinen und Beleuchtung) und „das Corporate Design beziehungsweise der Außenauftritt“, so Schröder.

Die Gesamtkosten dafür beliefen sich auf 92 600 Euro. Abzüglich des möglicherweise gewährten Zuschusses des Ministeriums in Höhe von 50 000 Euro und einem Eigenanteil des Heimatvereins in Höhe von 3300 Euro blieben noch 36 100 Euro, die die Kommune zusteuern müsste.   Ortsratsmitglied Jürgen Timm (CDU) verwies darauf, dass über die Fördermittel bereits im Oktober entschieden werde. Bis dahin, so Schröder, könne jedoch die Stadt noch nicht entscheiden, ob sie Mittel zur Verfügung stelle. Zuerst müsse der Rat, dann der Finanzausschuss darüber befinden. „Wenn aber die Fördermittel bewilligt werden sollten“, merkte Schröder an, „setzt das doch für die Politik sicher ein positives Zeichen.“

 © Schaumburger Zeitung v. 20.09.2012


aus der Schaumburger Zeitung:

Künftig „Museum für Dorfkultur“ im Untertitel

Volker in der HeimatstubeExten (who). Seit 1973 unterhält der Heimatverein Exten in der ehemaligen Schule am Anger die „Heimatstube Exten“. In 30 Jahren ist viel zusammengetragen und von den Aktivisten des Heimatvereins nach persönlichen Vorstellungen in der Ausstellung arrangiert worden. Im Zuge einer Studienarbeit dreier Studentinnen bot sich die Gelegenheit für eine professionelle Analyse des kleinen Dorfmuseums.

Carolin Krämer aus Exten (Kunstgeschichte und Geschichte) sowie ihre Kommilitoninnen Elke Elbers (Architektur) sowie Melanie Robinet (Geschichte, Kunst- und Medienwissenschaften) legten nach Abschluss ihrer Team-Arbeit jetzt ihre Vorschläge vor. Horst Vöge, Vorsitzender der Extener Heimatfreunde, bedauerte: „In nahezu allen Museen sinkt das Interesse der Menschen, sich die Häuser anzuschauen und das Wirken der Ehrenamtlichen zu würdigen.“ Ziel der Arbeit solle ein Konzept für eine Neugestaltung mit Raumplan sein sowie eine Katalogisierung mit Erstellung einer digitalen Datenbank zum Inventar.

Vöge weiter: „Die drei belegen zurzeit den Master-Studiengang ‚Museum und Ausstellung‘ an der Carl-von-Ossietzky-Universität in Oldenburg. Die Projektbetreuung nimmt die Dozentin für Museumsmanagement, Dr. Beate Bollmann, wahr. Sie ist Archäologin und freiberufliche Museumsberaterin.“

Die Studentinnen hätten sich vier Tage lang die Exponate der Heimatstube sowie das Umfeld angeschaut und festgehalten. Augenblicklich seien sie mit der Ausarbeitung ihrer Vorschläge beschäftigt.

Vöge fährt fort: „Bei einem ersten Zwischenresümee haben die Studentinnen das hohe Potenzial in dem teils noch ländlich strukturierten Ort Exten hervor gehoben.“ Besonders angetan gewesen seien sie von der Vielzahl an Sammlungsstücken und Präsentation der aktiven Vereine Extens.

Eine ihrer Anregungen zur Organisation der Heimatstube sei es, den Namen mit dem Zusatz „Museum für Dorfkultur“ zu erweitern.

Vöge abschließend: „Der Vorstand des Heimatvereins hofft, mit der Ausarbeitung ein zukunftsfähiges Konzept in der Hand zu haben, mit dem auch Gelder eingeworben werden können, um die Modernisierungsvorschläge umsetzen zu können.“


 © Schaumburger Zeitung v. 05.10.2010

 


 

Exten

Neueste Attraktion in der Heimatstube Exten ist die Vorführung eines 20 minütigen Filmes. Dieser zeigt das alte Handwerk der Korbmacherei, das lange Zeit den Alltag längst vergangener Tage vieler in Exten ansässiger Familien geprägt hat. Weidenkörbe wurden für viele Zwecke gebraucht. In der Landwirtschaft und in der Forst als Pflanzkörbe und Transporthilfen allerlei Güter und Gegenstände, in der Fischerei als Fischkörbe, in den Kriegsjahren als Granaten – und Geschosskörbe und in den Zeiten der aufblühenden Wirtschaftswunderjahre als Flaschenkörbe für die nahe gelegenen Glashütten Stoevesandt in Rinteln und Heye in Obernkirchen. Weidenkörbe sind aufgrund des beständigen Naturmaterials, aus dem sie gemacht werden, leicht, langlebig und fast unverwüstlich. Wie kam es nun zu diesem Film und was ist das Besondere daran? Im Frühjahr vergangenen Jahres besuchte eine Abordnung der Rintelner Stadtrates, unter ihnen Bürgermeister Karl Heinz Buchholz und Heinrich Schmidt, ehemaliger Ortsbürgermeister von Exten und Ratsmitglied der Stadt Rinteln das Westfälische Landesmuseum für Industriekultur - Glashütte Gernheim bei Petershagen an der Weser. Dort fiel den Beiden die Vorführung eines Filmes auf, der die Korbmacherei zeigt. Nicht irgendeines Filmes, denn der Hauptdarsteller war der Korbmacher Wilhelm Möller aus Exten. Wilhelm Möller zeigt akribisch genau Schritt für Schritt, wie ein Weidenkorb - ein Flaschenkorb entsteht, den die Glashütten zum Transport der dort produzierten Glasflaschen in großer Zahl gebraucht hatten. Bei dem Besuch bat Herr Buchholz Herrn Frieder Korff, einem ehemaligen Rintelner Ratsmitglied und jetzt leitendem Mitarbeiter des Museumsbetriebes in Gernheim, um eine Kopie des Filmes. Nach kurzem Interessenaustausch wurde man sich einig und der Heimatverein Exten bekam ein Exemplar ausgehändigt das jetzt auch in Exten gezeigt werden kann.

ExtenDer Film war aufwendig vom Westfälischen Industriemuseum Dortmund im Jahre 1994 gedreht und produziert worden, allerdings nicht vertont, was zur Folge hatte, dass die gezeigten Arbeitschritte, die verwendeten Materialien und Werkzeuge nur Kennern bekannt waren und der Film dadurch nicht so aussagekräftig ist. Das war für Bernd Kirchhoff und Christoph Ehleben Anlass die Wintermonate zu nutzen, um sich über eine informative und gleichermaßen spannende Nachvertonung Gedanken zu machen. Rasch wurde der noch in Exten aktive Korbmacher Heinrich Edeler hinzugezogen um Fachbegriffe, Arbeitsabläufe und Werkzeuge zu erklären. Ein grober Entwurf entstand. Bald darauf konnte Christoph Ehleben die Sängerin, Sprech- und Stimmtrainerin Julia Kokke aus Trier gewinnen, mit ihm gemeinsam den Text professionell für die bevorstehende Vertonung in einem Tonstudio aufzubereiten. Julia Kokke, die lange Zeit für Fernsehproduktionen wie ARD Buffett oder das ZDF-Kinderfernsehen gearbeitet hat, war dann auch noch bereit selbst ihre Stimme einzubringen, um Textzeile für Textzeile in perfektem Klang und sauberer Rhetorik sekundengenau dem Film anzupassen. Schließlich nahmen Bernd Kirchhoff und Christoph Ehleben die Nachvertonung und den Zusammenschnitt des Filmes vor. Das Ergebnis kann sich sprichwörtlich sehen und hören lassen und wird ab sofort in der Heimatstube in Exten zu den jeweiligen Öffnungszeiten vorgeführt.

 


 aus der Schaumburger Zeitung:

Zum Andenken an die Geschichte: Grundschule Exten bekommt Zeittafel

Heimatgeschichte kann auch Spaß machen: Zur Erinnerung an viele Museumsbesuche stiften Christoph Ehleben und Bernd Kirchhoff vom Heimatverein der Grundschule Exten eine Zeittafel. Foto: sku Exten (sku). Wer denkt, ein Besuch im Heimatmuseum kann nur langweilig sein, der sollte mal die Drittklässler der Grundschule Exten befragen. Die fanden ihre Ausflüge in die Heimatstube in Exten alles andere als trocken und öde. Um das Leben und Arbeiten um die vorletzte Jahrhundertwende besser kennenzulernen, verbrachten Lehrerin Heike Frevert von der Grundschule und ihre Schüler einige interessante Stunden in der Extener Heimatstube. Heimatgeschichte kann auch Spaß machen: Zur Erinnerung an viele Museumsbesuche stiften Christoph Ehleben und Bernd Kirchhoff vom Heimatverein der Grundschule Exten eine Zeittafel. „Am besten hat den Kindern gefallen, dass sie die vielen alten Dinge dort anfassen und ausprobieren konnten“, erzählt Frevert. Ihr sei wichtig, dass Kinder alte Lebensweisen nicht nur erzählt bekommen, sondern auch ein Stück weit selbst erfahren könnten. Die Führungen durch das Heimatmuseum, in dem allerlei Exponate aus der Dorf-, Vereins- und dorfeigenen Handwerksgeschichte zu sehen sind, übernahm dabei Heinz Siebert, seines Zeichens früher selbst einmal Lehrer. Zum Andenken an ihre Besuche haben nun Christoph Ehleben und Bernd Kirchhoff vom Heimatverein Exten der Grundschule und ihren Kindern eine Zeittafel geschenkt, die im Rahmen der Ortsteilpräsentation Ende August entstanden ist. Sie zeigt die wichtigsten Daten der Dorfchronik von Exten. Die Tafel soll jetzt in der Grundschule Exten einen geeigneten Platz finden und somit die Schüler an ihre spannenden und lehrreichen Besuche im Heimatmuseum erinnern.

 

ExtenBild oben: Heimatgeschichte kann auch Spaß machen: Zur Erinnerung an viele Museumsbesuche stiften Christoph Ehleben und Bernd Kirchhoff vom Heimatverein der Grundschule Exten eine Zeittafel. Foto: sku 

© Schaumburger Zeitung, 24.09.2009

 

 

 

 

 

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