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Neueste Attraktion in der Heimatstube Exten ist die Vorführung eines 20 minütigen Filmes. Dieser zeigt das alte Handwerk der Korbmacherei, das lange Zeit den Alltag längst vergangener Tage vieler in Exten ansässiger Familien geprägt hat. Weidenkörbe wurden für viele Zwecke gebraucht. In der Landwirtschaft und in der Forst als Pflanzkörbe und Transporthilfen allerlei Güter und Gegenstände, in der Fischerei als Fischkörbe, in den Kriegsjahren als Granaten – und Geschosskörbe und in den Zeiten der aufblühenden Wirtschaftswunderjahre als Flaschenkörbe für die nahe gelegenen Glashütten Stoevesandt in Rinteln und Heye in Obernkirchen. Weidenkörbe sind aufgrund des beständigen Naturmaterials, aus dem sie gemacht werden, leicht, langlebig und fast unverwüstlich. Wie kam es nun zu diesem Film und was ist das Besondere daran? Im Frühjahr vergangenen Jahres besuchte eine Abordnung der Rintelner Stadtrates, unter ihnen Bürgermeister Karl Heinz Buchholz und Heinrich Schmidt, ehemaliger Ortsbürgermeister von Exten und Ratsmitglied der Stadt Rinteln das Westfälische Landesmuseum für Industriekultur - Glashütte Gernheim bei Petershagen an der Weser. Dort fiel den Beiden die Vorführung eines Filmes auf, der die Korbmacherei zeigt. Nicht irgendeines Filmes, denn der Hauptdarsteller war der Korbmacher Wilhelm Möller aus Exten. Wilhelm Möller zeigt akribisch genau Schritt für Schritt, wie ein Weidenkorb - ein Flaschenkorb entsteht, den die Glashütten zum Transport der dort produzierten Glasflaschen in großer Zahl gebraucht hatten. Bei dem Besuch bat Herr Buchholz Herrn Frieder Korff, einem ehemaligen Rintelner Ratsmitglied und jetzt leitendem Mitarbeiter des Museumsbetriebes in Gernheim, um eine Kopie des Filmes. Nach kurzem Interessenaustausch wurde man sich einig und der Heimatverein Exten bekam ein Exemplar ausgehändigt das jetzt auch in Exten gezeigt werden kann.
Der Film war aufwendig vom Westfälischen Industriemuseum Dortmund im Jahre 1994 gedreht und produziert worden, allerdings nicht vertont, was zur Folge hatte, dass die gezeigten Arbeitschritte, die verwendeten Materialien und Werkzeuge nur Kennern bekannt waren und der Film dadurch nicht so aussagekräftig ist. Das war für Bernd Kirchhoff und Christoph Ehleben Anlass die Wintermonate zu nutzen, um sich über eine informative und gleichermaßen spannende Nachvertonung Gedanken zu machen. Rasch wurde der noch in Exten aktive Korbmacher Heinrich Edeler hinzugezogen um Fachbegriffe, Arbeitsabläufe und Werkzeuge zu erklären. Ein grober Entwurf entstand. Bald darauf konnte Christoph Ehleben die Sängerin, Sprech- und Stimmtrainerin Julia Kokke aus Trier gewinnen, mit ihm gemeinsam den Text professionell für die bevorstehende Vertonung in einem Tonstudio aufzubereiten. Julia Kokke, die lange Zeit für Fernsehproduktionen wie ARD Buffett oder das ZDF-Kinderfernsehen gearbeitet hat, war dann auch noch bereit selbst ihre Stimme einzubringen, um Textzeile für Textzeile in perfektem Klang und sauberer Rhetorik sekundengenau dem Film anzupassen. Schließlich nahmen Bernd Kirchhoff und Christoph Ehleben die Nachvertonung und den Zusammenschnitt des Filmes vor. Das Ergebnis kann sich sprichwörtlich sehen und hören lassen und wird ab sofort in der Heimatstube in Exten zu den jeweiligen Öffnungszeiten vorgeführt. |