Größere Städte leisten sich den Luxus, sich Internetseiten mit prägnanten Namen zuzulegen. Dass Exten jetzt mit www.exten.de glänzen kann, hat eine zehnjährige Vorgeschichte und ist der Initiative und dem ausdauernden Wartevermögen von Extens Ortsbürgermeister zu verdanken.

„Im August 2007 ging’s los“, berichtet Kirchhoff, der damals noch nicht Ortsbürgermeister war, aber Vorstandsmitglied im Heimatverein Exten. Damals habe er die Internetseite für den Heimatverein Exten gestaltet. „Aber www.heimatverein-exten.de war mir immer zu lang und ich fand www.exten.de cooler“.

Die coole Kurzform war aber bereits vergeben und im Besitz der gebürtigen Extenerin Christine Stock, die heute in Hamburg lebt, erzählt er, wie es weiterging. Kein Problem habe die Wahl-Hamburgerin signalisiert und die Übertragung der Domain an den Heimatverein zugesagt. Dafür „musste ein sogenannter KK-Antrag gestellt werden, aber dabei ist etwas schiefgelaufen“, erklärt Kirchhoff, warum der Heimatverein zehn Jahre auf die Domain warten musste. Denn „24 Stunden lang war die Seite frei zugänglich“ und auch von anderen Interessenten zu haben.

Die Firma Sedo, die ausschließlich mit URLS (Uniform Ressource Locator beziehungsweise Zugangsrechten für Internetseiten) handelt, hatte zugegriffen und dem Heimatverein Exten die Homepage vor der Nase weggeschnappt. „Und sofort für 750 Euro wieder angeboten.“ Das sei ihm zu viel gewesen für eine Seite, die ursprünglich für nur 150 Euro zu haben gewesen sei, erzählt Kirchhoff, der daraufhin beschlossen hatte, erst einmal abzuwarten. Er erzählt, wie sich die Angelegenheit daraufhin zur beinahe unendlichen Geschichte zu entwickeln schien.

„Christine Stock tat der Fehler leid und sie hat der Firma 250 Euro als Goodwill angeboten.“ Daraufhin sei es aber erst richtig losgegangen, „denn die Nachfrage hat den Preis plötzlich auf 1800 Euro hochgeschraubt“. Entschieden zu hoch, entschied der Homepage-Jäger und wartete weiter auf seine Gelegenheit. „Ich habe immer wieder mal nachgeschaut, aber zehn Jahre lang kam keine weitere Nachfrage, und als der Preis am 15. Juli bei 150 Euro lag, da habe ich zugeschlagen und die Seite (www.exten.de) noch am selben Tag gestartet.“

Damit ist der Heimatverein jetzt nicht nur im Besitz der exklusiven Homepage-Adresse, kommt Kirchhoff zum zweiten Coup der Jagd. Denn nun habe er die dazugehörenden E-Mail-Adressen frei gehabt, da es einfacher gewesen sei, die bisherigen und bekannten Adressen der Funktionäre des Heimatvereins beizubehalten.

Darum bekommen jetzt alle Ortsratsmitglieder das exten.de und können es mit ihrem Vornamen und Nachnamen als E-Mail-Adresse führen, setzt Kirchhoff den Schlusspunkt hinter eine lange Geschichte.

von Werner Hoppe
© Schaumburger Zeitung, 22.08.2017