Oberer Eisenhammer mit Gerüstaus der Schaumburger Zeitung:

20 000 Euro für das „norddeutsche Solingen“ 

Exten (who). Die niedersächsische Bingostiftung hat, so scheint es, das Projekt Oberer Eisenhammer des Extener Heimatvereins ins Herz geschlossen. Nicht nur, dass sie das Restaurierungsvorhaben mit 20 000 Euro fördert, jetzt ist die alte Hammerschmiede sogar Premieren-Objekt der neuen Aktion „Projekt des Monats“ geworden, mit welcher die Stiftung künftig jeweils ein Förderobjekt noch einmal ganz besonders ins Licht rücken will. Das erklärte der Geschäftsführer der Stiftung, Karsten Behr aus Hannover am Montag beim Besuch in Exten.

Was ins Licht rücken für die Bingostiftung heißt, machte Behr gleich praktisch deutlich. Denn mit den offiziellen Gästen um Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und den Landtagsabgeordneten Otto Deppmeyer aus Hessisch Oldendorf war auch Bingo UrkundeNDR-Regionalkorrespondent Wilhelm Purk aus Hameln dabei. Behr würdigte den beeindruckenden Einsatz der Vereinsmitglieder und ihrer ehrenamtlichen Helfer bei der Sanierung. Der Spendenbetrag könne möglicherweise für die „dendrochronologische Untersuchung“ zur Altersbestimmung der Gebäude-Segmente verwendet werden. Diese hatte der Restaurator und beratende Begleiter des Projekts, Reinhard Hoppe aus Duingen, angeregt habe, der ebenfalls unter den Gästen war.

„Der regionale Bezug und die Förderung des Ehrenamtes sind für uns wichtig“, erklärte Behr weiter. Beides sei im Falle Oberer Eisenhammer gegeben, wobei der Stiftungs-Geschäftsführer noch eins drauf setzte, indem er Exten als das „norddeutsche Solingen“ adelte und er dem Heimatverein eine „vorbildliche Darstellung“ der Bedeutung des Eisenhammers für die Umweltbildung attestierte. Und dass er nach der Begehung der Baustelle mögliche Anschlussförderungen des Projekts in Aussicht stellte, dürfte die Heimatfreunde besonders freuen. Denn diese haben noch viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit, unter anderem bei Wiederherstellung der technischen Einrichtungen, vor sich und dürften mit den veranschlagten 1000 Stunden nicht auskommen, so Behr. Denkbar sei ein weiterer Zuschuss für Installation eines Wasserrades zur Stromerzeugung, mit dem sich Geld für den künftigen Unterhalt des Gebäudes erwirtschaften lasse.

Hintergrund: Die niedersächsische Bingostiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Sie wählt unter ihren Förderprojekten jeweils ein „Projekt des Monats“ aus, das beispielhaft für besonders gelungene Vorhaben steht.

©Schaumburger Zeitung v. 27.01.2012

 Erinnerungstafel

 

 

 

 

 

 

 

 

 


aus der Schaumburger Zeitung:

Oberer Eisenhammer bald vorzeigbar

Exten (ll). Die Arbeiten am Oberen Eisenhammer sind in vollem Gang, stehen bald sogar schon vor einer Pause. Wie Horst Vöge, Vorsitzender des Extener Heimatvereins berichtet, seien die ehrenamtlichen Aktiven sowie beauftragte Handwerksfirmen derzeit „fleißig am Sanieren“.

Im Zuge einer finanziellen Förderung durch Leader-Gelder der EU in Höhe von rund 120 000 Euro soll die alte Mühle in Exten bald auch für Publikum zugänglich sein. Bis dahin, so Vöge, dauere es allerdings noch ein bisschen. Zwar ist die Teichmauer auf dem Geländer instandgesetzt, Garagenanbauten abgerissen, das Fachwerk am Giebel des Oberen Eisenhammers erneuert, der Bereich zur Turbine abgestützt und Dachüberstände errichtet worden, allerdings müssten einige Arbeiten am Gebäude möglicherwiese ins Frühjahr verschoben werden.

„Eigentlich haben wir schon viel Glück mit dem Wetter gehabt“, sagt Horst Vöge über den erreichten Stand der Dinge. Warum eine zwangsweise Winterpause anstehen könnte, begründet der Vorsitzende des Extener Heimatvereins so: „Die Fachwerkfelder sind mit Lehm gefüllt, einige müssen komplett erneuert werden, aber solange Frost herrscht, können wir nichts machen.“

Dennoch rechnet der Heimatverein damit, dass ein Großteil der Instandsetzungsarbeiten noch in diesem Jahr abgeschlossen werden können. „Dann stehen im nächsten Jahr nur noch Feinarbeiten an“, sagt Vöge.

Während der Sanierung haben Vöge und seine Mitstreiter einige Fundstücke gefunden, die nach Fertigstellung des rund 300 Jahre alten Gebäudes dort ausgestellt werden sollen.

Das Nutzungskonzept des Heimatvereins sieht unter anderem vor, in dem Wasserradschacht am Oberen Eisenhammer wieder ein Wasserrad zu installieren, das über einen Generator Energie ins Stromnetz einspeisen kann. „Damit könnten wir die Unterhaltung des Gebäudes mitfinanzieren“, hofft Horst Vöge. In Zukunft solle auch wieder das Schmieden mit Wasserkraft an der alten Mühle möglich sein. „Dann können wir die ursprüngliche Technik von vor 300 Jahren präsentieren“, so der Vorsitzende des Heimatvereins.

©Schaumburger Zeitung v. 15.11.2011


 

Beginn der Arbeiten : 20.09.2011

Abbruch der GaragenAufräumarbeiten Außen

zusätzliche Aussteifungen im GebäudeReparatur des Fachwerkgefüge

Bodenaushub und Einbau einer zusätzlichen Dichtwand

Einbau von Ton zum Abdichten der Teichwand

Erneuerung der Fundamente, Neuverfugung

Erneuerung der Schwellhölzer, Stiele, Riegel, DeckenbalkenErneuerung der Schwellhölzer, Stiele, Riegel, Deckenbalken

Ausmauern und Putzen der Gefache mit LehmAusmauern und Putzen der Gefache mit Lehm

Einbau des neuen Lehmschlags auf Deckenschalung

Farbanstrich mit Leinöl und Kalkfarbe erneuertAufarbeiten der historischen Fenster und Türen

Aufarbeiten der historischen Fenster und Türen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erneuerung Eingangsbereich mit historischen Pflastersteinen 


aus der Schaumburger Zeitung:

Rinteln Fördergeld bringt Oberen Eisenhammer neu in Schuss 

Exten (pk). Vor 30 Jahren ist die Sanierung des Oberen Eisenhammers gehörig in die Hose gegangen. Rund 140 000 Mark wurden vom damaligen Stadtdirektor Heinrich Büthe bewilligt, darüber hinaus der Eisenhammer als „kulturhistorisches Denkmal erster Ordnung“ eingestuft, erzählt Horst Vöge, der Vorsitzende des Heimatvereins Exten. Die Sache hatte damals allerdings einen nicht unwesentlichen Haken: Man hatte gar nicht mit den Eigentümern des Oberen Eisenhammers gesprochen. Folglich wurden die Bauarbeiter, als die Sanierung beginnen sollte, kurzerhand vom Hof gejagt. „Seitdem ist da nichts mehr passiert“, sagt Vöge. Doch das wird sich noch in diesem Jahr ändern.

„Uns wurde bestätigt, dass Fördergelder fließen werden“, sagt Vöge. Die Summe in Höhe von 120 000 Euro setzt sich zusammen aus Geldern der Stadt und des Landkreises (jeweils 26 400 Euro), des Landesamts für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen (LGLN) Hannover (36 000 Euro), der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung (20 000 Euro), des Landesamtes für Denkmalpflege (10 000 Euro) sowie des Heimatvereins Exten in Höhe von 1200 Euro, wie die Stadt auf Anfrage unserer Zeitung mitteilt. 5000 Euro hatte der Verein bereits im vergangenen Jahr von der niedersächsischen Sparkassenstiftung als Preis für die bereits geleistete Denkmalpflege am Unteren Eisenhammer erhalten (wir berichteten). Ziel des Heimatvereins ist es, „den Oberen Eisenhammer noch in diesem Jahr wieder instand zu setzen und vorzeigbar zu machen“, sagt Vöge. „In dem Wasserradschacht soll wieder ein Wasserrad installiert werden, versehen mit einem kleinen Generator, der den Strom für die Unterhaltung des Gebäudes erzeugen soll“, schildert Vöge. „Außerdem soll ein neuer Schwanzhammer – betrieben durch die Wasserkraft – eingebaut werden, um die ursprüngliche Technik zu Showzwecken wiederherzustellen.“ Karl Wille junior, einer der Eigentümer des Oberen Eisenhammers, hat wie sein Vater, Karl Wille senior, noch mit dem Schwanzhammer gearbeitet. „Von 1947 bis 1970“, sagt er.

Unlängst stießen Vöge & Co. bei Aufräumarbeiten auf eine weitere Spur aus eben jener Zeit. Sie gruben eine alte Turbine aus, die in den 50er Jahren dort installiert und irgendwann verschüttet wurde. „Die wurde direkt für den Antrieb der Maschinen genutzt, durch Transmissionsriemen anstatt durch ein Wasserrad“, erzählt Vöge.

Unklar ist noch, woher der Schwanzhammer kommen soll: Zur Debatte steht die Übernahme eines Originals aus Erder-Vlotho sowie der Nachbau eines Schwanzhammers in Springe.

©Schaumburger Zeitung v 15.03.2011

 


 

Es fehlt an Zeit und Unterstützern!

Vier Monate nach unserem Bericht: Der Obere Eisenhammer wird ausgeschrieben.

Exten (pk). Jetzt steht das Fördergeld in Höhe von 120000 Euro zwar schon eine ganze Weile zur Verfügung, um den Oberen Eisenhammer nach 30 Jahren endlich doch noch zu sanieren. Aber jetzt hakt es an anderen Stellen. Horst Vöge, der Vorsitzende des Heimatvereins Exten und die treibende Kraft hinter dem Projekt „Oberer Eisen­hammer", erläutert auf Anfra­ge unserer Zeitung, warum sich an der alten Mühle vier Monate nach unserem letzten Bericht augenscheinlich noch nicht viel getan hat. „Es mangelt einfach an Zeit", bedauert Vöge. Er und die anderen ehrenamtlichen Helfer können schließlich auch nur für ihren Ortsteil ak­tiv werden, wenn Berufs- und Privatleben eben noch etwas Zeit übrig lassen. Wobei die Zahl der Freiwilligen über­ schaubar ist. „Wir freuen uns über jeden, der mit anpackt", sagt Vöge. Der nächste Ein­satz findet wohl am über­nächsten Wochenende statt. Nähere Informationen gibt es beim Heimatverein unter (05751)2401. Außerdem sind die Aus­schreibungstexte noch nicht fertig. Die werden zusammen mit dem nicht mehr berufstätigen Archi­tekten Reinhard Hoppe ausgear­beitet. Hoppe, erzählt Vöge, hat­te diesen Auftrag schon einmal bekommen: vor 30 Jahren von der Stadt Rinteln. Damals scheiterte die Sa­nierung allerdings daran, dass schlichtweg versäumt wurde, auch die Eigentümer über die beabsichtigte Sanierung in Kenntnis zu setzen. Die Bau­arbeiter wurden kurzerhand vom Hof gejagt (wir berichte­ten). Dazu wird es jetzt nicht mehr kommen. Die Aus­schreibungstexte sollen noch diese Woche fertig geschrie­ben und verschickt werden, sodass dann mög­lichst bald die nöti­gen drei Ver­gleichsangebote vorliegen, 5 „aus denen wir dann den güns­tigsten An­bieter auswählen, der hoffendich aus unse­rer Region stammt", führt Vöge aus. Inzwischen haben Vöge & Co. bei ihren Einsätzen am Oberen Eisenhammer schon einiges zutage gefördert: jede Menge Zangen, weggeworfe­ne Werkzeugstücke, Ambosse und eine fast 100 Kilogramm schwere Ölmühle, „die wohl in schlechten Zeiten genutzt wurde, aus Bucheckern Öl zu gewinnen"', mutmaßt Vöge. Die Fundstücke sollen eines Tages im Oberen Eisenham­mer ausgestellt werden. Bis es so weit ist, lagern sie bei Karl Wille, einem der Eigentümer des alten Mühlenkomplexes. „Die Firma Stüken hat uns Drahtgitterboxen gespendet, in denen wir die Fundstücke bei Karl Wille aufbewahren können", erzählt Vöge. Ziel des Heimatvereins ist es, am Oberen Eisenhammer in dem Wasserradschacht wie­der ein Wasserrad zu installie­ren. Ein daran angeschlosse­ner Generator soll den Strom für das Gebäude liefern.

©Schaumburger Zeitung v. 27.07.2011

 


 

Doch Geld für den Eisenhammer?

Exten (who). Der Heimatverein Exten hat in diesem Jahr mehrere heiße Eisen im Feuer gehabt und freut sich über die Erfolge seiner Anstrengungen zur Pflege von Kulturgut, Heimat und Brauchtum. Es gibt besonders zum Projekt Oberer Eisenhammer interessante Neuentwicklungen, berichtet der Erste Vorsitzende Horst Vöge. „Noch vor einigen Wochen sah es wegen der knappen öffentlichen Kassen düster aus um den Oberen Eisenhammer, nachdem der Landkreis den Förderbetrag gedeckelt hatte“, so Vöge. Dank der Anstrengungen von Leader-Regionalmanager Heiko Wiebusch hätten jetzt Niedersachsens Bingo-Stiftung und die Landesdenkmalpflege eine Förderung in Aussicht gestellt. Der Landkreis Schaumburg habe, vorbehaltlich der noch zu fassenden Beschlüsse in den Leader-Gremien, entschieden, sich in gleicher Höhe wie die Stadt Rinteln zu beteiligen. Außerdem habe Architekt und Restaurator Reinhard Hoppe aus Duingen, ein Ex-Rintelner, seine ehrenamtliche Unterstützung als denkmalpflegerischer Bauleiter zugesagt. Als besonders gelungene Aktion wertet der Heimatverein auch den Infostand bei der Präsentation der Rintelner Ortsteile in der Rintelner Fußgängerzone vom 31. August. Besonders gut sei dabei der Beitrag von Manfred Werner und seinen Helfern von Wesergold angekommen, die frischen Apfelsaft gepresst hatten. Die dabei gesammelten Spenden in Höhe von 150 Euro sollen dem Oberen Hammer zugutekommen. Beide Eisenhämmer wurden auch am Tag des offenen Denkmals präsentiert, dabei wurde der Obere Eisenhammer erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Etwa 300 Besucher fanden an diesem Tag den Weg zu den Baudenkmälern. Jetzt wartet der Heimatverein gespannt auf die Ausarbeitung der Verträge durch das Rintelner Liegenschaftsamt, damit die Förderanträge gestellt werden können. „Über zusätzliche Angebote zur Unterstützung bei den Aktivitäten des Heimatvereins würde sich der Vorstand sehr freuen“, blicken Vöge und die Heimatfreunde nach vorn.

 

© Schaumburger Zeitung, 26.10.2009

 


 

Aktuell: Nachdem im vergangenen Jahr die Sanierung des „Oberen Eisenhammers“ auf grün durch eine Leader+ Förderung stand, ruderte der Rintelner Stadtrat zurück und stornierte die zugesagte Förderung. Dennoch kümmert sich der Heimatverein Exten weiterhin aktiv um den Erhalt dieses wertvollen Kulturdenkmals. Der Verein bemüht sich insbesondere mit Unterstützung des Architekten Reinhard Hoppe aus Duingen weitere Institutionen für eine Unterstützung dieses besonderen Objektes zu gewinnen. Am 27. Juni hat Veith Kröger aus Mühlen dem Heimatverein eine historische Schleifmaschine gespendet, weil er wegen einer Umstrukturierung in seinem Betrieb diese Maschine nicht mehr benötigt. Die Schmiede Kröger & Trenkamp hat vor 5 Jahren den Namen „Extenia“ sowie einige Maschinen von der Familie Kretzer vom „Unteren Eisenhammer“ erworben. Dieser Betrieb produziert noch heute die hochwertigen handgeschmiedeten „Extenia-Spaten“ die übrigens auch über den Heimatverein Exten erworben werden können. Die Schleifmaschine mit einem Schleifstein von 2,0 m Durchmesser kann als Ergänzung in den Oberen Eisenhammer untergebracht werden, weil der dort eingebaute Schleifstein durch Feuchtigkeit und Frosteinwirkung in den letzten 30 Jahren völlig zerfallen ist.

 

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Die Verkehrsbetriebe Extertal stellten freundlicherweise für den Transport der tonneschweren Maschine einen Lkw zur Verfügung. Der Fahrer Egon Könecke bot sich großzügig an, den Transport durchzuführen. Die Schleifmaschine wurde in einem Schuppen auf dem Hof von Horst Wille am Oberen Eisenhammer eingelagert, in der Hoffnung, dass die zugesagte Sanierung im nächsten Jahr erfolgen kann und diese Schleifmaschine dann zu neuen Ehren kommt.

 


 

Die Rettung des "Oberen Eisenhammer" hat begonnen. Die erste Sicherungsmaßnahme am Baukörper wurde gerade abgeschlossen.


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Aus der Schaumburger Zeitung:

 

Letzte Chance zur Rettung des Eisenhammers

120 000 Euro Fördermittel aus Leader-Programm für Sanierung / Rat entscheidet am 11. Dezember

Exten (who). Die Signale stehen mindestens schon auf Gelb für die Rettung des Oberen Eisenhammers in Exten. Der über 30 Jahre währende Dornröschenschlaf der historischen Hammerschmiede dürfte jetzt beendet sein. So der Eindruck eines Informationsabends in der Gaststätte "Zur Post". Der Verwaltungsausschuss des Rintelner Stadtrates machte sich ebenso wie der Bauausschuss ein Bild vom Zustand des Oberen Eisenhammers. Das Projekt zur Sanierung soll am 11. Dezember dem gesamten Rat zur Abstimmung vorgelegt werden.


Der Verein für Heimatpflege und Kultur Exten hatte eingeladen zur Information der Vereinsmitglieder und der interessierten Bürger. Zuvor war Rückenwind für das Projekt aufgekommen, nachdem die Besitzerfamilien im November vergangenen Jahres ihr schriftliches Einverständnis erklärt hatten, das denkmalgeschützte Bauwerk für Besucher zugänglich zu machen. Horst Vöge, Vorsitzender des Heimatvereins, fasste zum aktuellen Stand zusammen: Durch Fördermittel aus dem Leader-Programm der EU ist es möglich, das Gebäude standsicher zu machen und für etwa 120 000 Euro zu sanieren. Als Soforthilfe für die vorläufige Standsicherung hat die Stadt Rinteln bereits am 29. Mai dieses Jahres 5000 Euro aus Mitteln des Denkmalschutzes bewilligt. Voraussetzung für die Freisetzung ist, dass eine gemeinnützige Körperschaft, in diesem Falle der Heimatverein, die Organisation und ehrenamtliche praktische Arbeiten übernimmt. Vöge dazu: "Von der kulturhistorischen Bedeutung des Gebäudes her ist sicher die Landesdenkmalpflege zuständig, aber weil sich von dort nichts rührt, sehen wir uns in die Pflicht genommen."
Bereits zu Beginn der achtziger Jahre seien schon einmal Fördermittel für den Erhalt des Oberen Eisenhammers bereitgestellt worden, jedoch verfallen, weil das Einverständnis der Besitzer noch gefehlt habe, erinnerte Vöge. Deshalb gelte es jetzt, die letzte Chance zur Rettung des Oberen Eisenhammers zu nutzen. Um die Fördermittel nicht erneut an Extenvorbeiziehen zu lassen, habe der Vorstand initiativ tätig werden müssen, ohne die Vereinsmitglieder in das Verfahren einbinden zu können. Vöge appellierte weiter an den Verein und die Einwohner, zu erhalten, was der Vorsitzende des Niedersächsischen Mühlenvereins erst kürzlich einen "in Niedersachsen einmalig vorkommenden historischen Bau" genannt habe. Nachdem der Ortsrat in seiner letzten Sitzung die Sanierung des Oberen Eisenhammers beantragt hatte, haben die Mitglieder von Verwaltungs- sowie Bauausschuss des Rintelner Stadtrates während der letzten beiden Wochenenden die Örtlichkeit besichtigt. Am 11. Dezember soll das Projekt dem gesamten Rat zur Abstimmung vorgelegt werden. Zusammen mit dem Konzept des Heimatvereins, der den Oberen Eisenhammer "neben seiner historischen Bedeutung vor allem als sinnvolle Ergänzung zum Industriemuseum Unterer Eisenhammer" sehe, so erklärte Vöge für den Heimatverein. Die Vorstellungen des Heimatvereins seien: Heimatstube und Unterer Eisenhammer bleiben der Schwerpunkt. Der Obere Eisenhammer wird nach der Sanierung gelegentlich für Besuchergruppen geöffnet, die vom Unteren Eisenhammer zu Fuß herangeführt werden. In Bezug zum Unterhalt des Gebäudes sieht der Vorstand des Heimatvereins keine Kosten auf den Verein zukommen, wenn es annähernd so gut läuft wie beim Unteren Eisenhammer, für den seit Eröffnung über 350 Besucher durch Eintrittsgelder und Spenden schwarze Zahlen bewirkt haben. Vöge: "Durch unsere Internetpräsentation und Bewerbung durch Tourismusorganisationen der Stadt und im Umkreis sehen wir zukünftig eher steigende Besucherzahlen." Besucher des Oberen Eisenhammers an der Ossenbeeke dürften, wie jetzt schon die Rintelner Ratsmitglieder, überrascht sein, so Vöge. Denn: Entgegen kursierender Gerüchte über eine völlige Entleerung finden sich im Gebäude noch Maschinen und Gerätschaften, die zur künftigen Ausgestaltung des Industriedenkmals dienen sollen. Einen Teil des authentischen eisernen Inventars konnte der Architekt und Restaurator Reinhard Hoppe aus Duingen der Versammlung in der Post direkt vorlegen. Der ehemalige Rintelner hatte vor gut 30 Jahren von der Stadt Rinteln bereits den Auftrag zur Sanierung des Gebäudes erhalten, ehe das Projekt zunächst storniert werden musste. Die Eisengeräte, die ihm seinerzeit der Besitzer überlassen habe, könnten ebenfalls zur Ausgestaltung an die Ossenbeeke zurückkehren, stellte Hoppe in Aussicht. Das Nahziel für den Heimatverein sei zunächst die Wiederherstellung des eigentlichen Gebäudes, ergänzte Horst Vöge abschließend. Für die Zeit danach könne man sich vorstellen, irgendwann auch wieder ein Wasserrad zum Antrieb eines Schwanzhammers nach historischem Vorbild zu installieren. Und als ferneres Zukunftsprojekt die Stromerzeugung durch einen vom Wasserrad angetriebenen Generator zur Erwirtschaftung eines Unterhaltskostenzuschusses...

© Schaumburger Zeitung, 20.11.2008



Liebe Extener Mitbürger,

Anfang der 80er Jahre wurden Fördermittel bereitgestellt, um das Gebäude des Oberen Eisenhammers (Wille) zu sanieren. Aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen der Stadt und den Eigentümerfamilien Wille wurde das Projekt abgebrochen! Viele Werkzeuge und Objekte aus dem Hammer wurden seinerzeit von dem Architekten Hoppe (nahe Hildesheim) gesichert und eingelagert, die nach der Sanierung zurückkämen. Im Jahre 2007 drängte der Museumsleiter der Eulenburg, Dr. Meyer, und der Denkmalpfleger der Stadt Rinteln, Herr Eggers, bei Gesprächen zur Sanierung des Unteren Hammers darauf, den Oberen Hammer nicht zu vergessen. Als auch Teileigentümer des Oberen Hammers den Heimatverein ansprachen, ihr Gebäude sei doch ebenso erhaltenswert, wurde der Heimatverein tätig. Nach Gesprächen des Vereinsvorsitzenden und des städtischen Denkmalpflegers erklärten sich beide Eigentümer des Oberen Hammers bereit, das Gebäude sanieren zu lassen und als Museum zur Verfügung zu stellen. Ein entsprechendes schriftliches Einverständnis wurde am 07.11.2007 unterzeichnet. Weitere Ortstermine im Jahre 2007 mit Vertretern des Landkreises und der Stadt Rinteln fanden statt. Der Baudezernent des Landkreises, Herr Klebe, sagte noch bei einem Gespräch im August 2008 die Unterstützung zu, soweit es in seiner Macht stehe. Der Baudezernent der Stadt Rinteln, Herr Koch, äußerte: das Gebäude sei unbedingt erhaltenswert. Auch er sagte seine Unterstützung zu. Der Koordinator der hiesigen EU-Förderung, Herr Wiebusch von Leader+, stellte eine weitreichende Förderung in Aussicht, wenn der Heimatverein bereit sei, die Sanierung in die Hand zu nehmen. Die Stadt Rinteln hat am 29.05.2008 eine Sofortförderung bewilligt. Desweiteren hat sich der Architekt Breitenbach angeboten, als Berater bei der Sanierung mitzuarbeiten. Der Heimatverein ist jedoch mit dem Betrieb des Unteren Hammers gut ausgelastet (allein im September 6 große Besuchergruppen). Sollte eine Entscheidung zur Erhaltung des Oberen Hammers fallen, würde ein Projektteam gebildet, das den Oberen Hammer betreut. Es ist erstaunlich, welch ein Interesse Auswärtige an unseren historischen Gebäuden und deren (unserer) Geschichte haben und wie schwer sich doch einige Exter Bürger damit tun. Wenn wir den Oberen Eisenhammer überhaupt erhalten wollen, ist nun die letzte Möglichkeit dazu. In naher Zukunft wird diese auch nach Walter Maack „wichtige Kulturstätte“ für immer verloren sein.

 

Der Vorstand

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